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Strategiepapier Sport      
     
Die  MDB Company  hat sich intensiv über die eigene Situation und der Jugendarbeit Gedanken gemacht und versucht, seit einiger Zeit die
gewonnenen Erkenntnisse umzusetzen.
Das vorliegende Strategiepapier bietet uns die Möglichkeit der Standortbestimmung und Überprüfung unseres Standpunktes.
Wir möchten vor der Beurteilung der im Strategiepapier erarbeiteten Fakten auf einen gesellschaftlichen Aspekt hinweisen, der unsere
Sportvereine und Akademien noch intensiv beschäftigen wird.
Die Mitgliederstruktur vieler Vereine hat sich in den letzten Jahren ungünstig entwickelt. 
 
Analyse 
 
Betrachtet man die Situation des Sports am Oberrhein, so sind aus unserer Sicht zwei Arten von Sportanbietern tätig        :
 
Jugendvereine  mit einem Jugendanteil von 30 bis 70 % der Mitglieder, die ihre ganze Kraft in die Jugendarbeit investieren, um zu überleben.
Jugendvereine bestehen heute meist aus einer grossen Jugendabteilung und einem Bereich der Aktiven, mit einem Altersdurchschnitt von
ca. 40 Jahren.  Passive Mitglieder sind in Jugendvereinen die Ausnahme. Erwachsene, die der Jugendabteilung entwachsen sind
und den aktiven Bereich durchlaufen haben, gehen dem Verein verloren.
Der Erwachsenenanteil im Jugendverein, die älter als 30 Jahre sind, beträgt ca. 10 %      
Betreiben diese Erwachsenen weiterhin Sport, so tun sie dies in einem Dienstleistungsunternehmen oder auf privater Basis. Aufgrund der
selbst gemachten positiven Erfahrungen schicken sie gerne ihre Kinder in einen Jugendverein, um selbst dem Jugendverein den Rücken zu
kehren und auszutreten.
Dienstleistungsunternehmen  (Vereine und Wirtschaftsunternehmen) mit einem überdurchschnittlichen hohen Anteil an Erwachsenen.
Jedem Bürger wird die Möglichkeit und Infrastruktur geboten, seine Sportart nach Wunsch auszuüben.
Er nutzt die Möglichkeit sich selbst zu verwirklichen, allerdings zu einem erheblich höheren Kostensatz.
Die Finanzierung dieser Unternehmen ist weniger von einem Mitgliedsbeitrag abhängig, vielmehr kauft der Kunde gezielt und zeitlich
beschränkt eine Dienstleistung. Dies kann in Form von bezahlten Übungseinheiten, Trainerstunden oder Gebühren für Sportgeräte bzw.
Sportflächen erfolgen.
Solche Dienstleistungsunternehmen entsprechen mehr dem Konsumverhalten und den Wertvorstellungen der Erwachsenen. Als zahlender
Konsument hat der das Recht auf eine entsprechende Leistung. Organisatorische Arbeit, Verantwortung für Schwächere oder eine
Verpflichtung für die Jugend hat er nicht zu übernehmen, notfalls kann dies durch finanzielle Leistungen kompensiert werden.
Dienstleistungsunternehmen mit einem entsprechendem Image verfügen über eine imposante Warteliste für Interessierte, die sich oft nur mit
entsprechenden Beziehungen überspringen lässt.
Es steht uns nicht an eine Wertigkeit abzuleiten, allerdings sind die Konsequenzen bei einer Förderung, Kürzung oder Umschichtung von
Mitteln aus dem öffentlichen Haushalt zu untersuchen und entsprechende Korrekturen vorzunehmen. 
 
Unterschiede 
 
Der grosse Unterschied zwischen einem Dienstleistungsunternehmen und einem Jugendverein besteht nach unserer Meinung in einem
kompetenteren Management. Erfahrene, einflussreiche und wirtschaftlich potente Manager sind besser in der Lage die Interessen des
Unternehmens oder des Vereins zu vertreten.
Dienstleistungsunternehmen arbeiten gewinnorientiert. Jugendarbeit ist jedoch nie kostendeckend sondern immer eine Investition in die
Zukunft.
Ein Verein welcher nicht interessiert ist seine Jugend in die Erwachsenenabteilung zu übernehmen, weil die entsprechenden Kapazitäten nicht
geschaffen werden, und dadurch ein Verdrängungswettbewerb entsteht, ist aus unserer Sicht ebenfalls nicht förderungswürdig.
Der Jugendverein benötigt einen kontinuierlichen Zustrom neuer Kinder um nicht auszusterben. Er ist gezwungen permanent Jugendarbeit zu
betreiben. 

Eine gesunde wirtschaftliche Basis kann ein Jugendverein aufgrund seiner Mitgliederstruktur durch das Einziehen der Mitgliedsbeiträge nicht

erzielen.
Das Mitgliedsbeitragsaufkommen erreicht meist nur 30 % der notwendigen Gesamteinnahmen.
Der wesentliche Unterschied zwischen beiden Vereinsarten besteht jedoch darin, dass ein Jugendverein eine bestimmte Anzahl Erwachsener
benötigt, die mit und für die Jugend ehrenamtlich arbeitet. Diese Erwachsenen stehen heute nicht mehr zur Verfügung.
Die Jugendvereine stehen vor dem Infarkt !

Der grösste Irrtum in der Beurteilung schwindender Mitgliedszahlen liegt darin, dass nicht weniger Jugendliche Sport treiben wollen, sondern

weniger Erwachsene bereit sind in einem Jugendverein zu arbeiten.
Die dargestellte Situation, lässt sich auf den Nenner bringen :
Noch nie haben so viele Erwachsene Sport getrieben.           
Erwachsene, die bereit sind im Ehrenamt zu arbeiten, ohne die Möglichkeit zu besitzen sich in diesem Verein sportlich betätigen zu können,
waren noch nie so wenige.
Sportlich gesehen ein Fortschritt, sozialpolitisch ein Rückschritt.
Strategische und sportliche Massnahmen müssen nach unserer Überzeugung diese Tatsache berücksichtigen.
 
Strategiepapier Sport 
 
Die negative Entwicklung für die Jugendvereine gilt es aufzuhalten.
Die Vereine mit grosser Jugendarbeit müssen sich der Situation stellen und neue Wege gehen.
Jugendvereine müssen profesioneller arbeiten,
Schule
Wirtschaft
Kommune
muss die Leistung, die ein Sportverein erbringt, klargemacht werden. Diesen Institutionen muss mit mehr Selbstvertrauen, Leistung und
Unterstützung abverlangt werden.
Schule : Die Zusammenarbeit zwischen den Schulen und Sportvereinen am Oberrhein ist schlecht.
Als negativen Höhepunkt sehen wir das Verhalten der Schulen in der Kooperation mit den Vereinen.
Die Sportvereine betreiben die Jugendarbeit, somit sind diese auch die Vertretung der Sportjugend.
Es ist uns unverständlich warum so wenige Sportlehrer in den Sportvereinen aktiv und ehrenamtlich
arbeiten. Sicher sind die Vereine an dieser Entwicklung nicht unschuldig.
Die  MDB Company  wird die Zusammenarbeit mit den Schulen suchen
Wirtschaft : Die Wirtschaft braucht Nachwuchs, dessen Fähigkeiten nicht nur aus theoretischen und fachlichen Kenntnissen bestehen
 
Die Sportvereine
erziehen leistungswilligen Nachwuchs,
geben jungen Menschen eine Perspektive,
gestalten eine sinnvolle Freizeit,
trainieren zukünftige belastbare Arbeitnehmer,
fördern Trainingsfleiss, Pünktlichkeit und Persönlichkeit,
lehren spielerisch, dass Erfolg ohne Mühe nicht möglich ist,
bieten die Möglichkeit sich in der Öffentlichkeit darzustellen,
durch die Mitarbeit in der Vereinsleitung führen wir motivierte junge Leute,
in verantwortungsvolle Tätigkeiten in Wirtschaft und Verwaltung.
Verein und Wirtschaft müssen partnerschaftlich zusammenarbeiten. Firmen müssen sich weitsichtig mit den Sportvereinen im Sinne einer
guten Jugendarbeit solidarisieren. 
 
Die Sportvereine haben der Wirtschaft etwas zu bieten
 
Die Mitglieder, Zuschauer und Freunde sind Kunden.
Die Vereine haben den Nachwuchs für die Zukunft.
Sportlicher Erfolg bringt Gewinn.
Vereine geben ihren guten Namen für ihr positives Image
 
Die Unterstützung der Jugendvereine ist eine sozialpolitische Notwendigkeit, sie schafft die Grundlage für sozialen Frieden
 
Kommune : Die Möglichkeiten und die Pflicht der Städte zur Unterstützung der Sportvereine ist im vorliegenden
Strategiepapier sehr gut dargestellt. Nachfolgend möchten wir auf einzelne Massnahmen besonders eingehen. 
 
Sportstätten - Nutzung     
 
Die  MDB Company  ist sehr daran interessiert Schlüsselverträge, insbesondere für die Hallen und sonstigen Anlagen, abzuschliessen.  

Eine entsprechende Konzentration des Trainingsbetriebes in Hallen und Freianlagen ist dabei hilfreich.

Wir fordern, dass Vereine mit mindestens 30 % an jugendlichen Mitgliedern das Benutzungsentgeld sowohl für den Trainings - und Spielbetrieb erlassen wird.
 

Jugendförderung

 
Dieser wichtige Punkt ist für sehr viele Vereine in Zukunft lebenswichtig. Er bietet den Vereinen mit grosser Jugendabteilung eine qualitative
und attraktive Möglichkeit Jugendliche für die Vereine zu gewinnen. Der nebenberufliche Trainer und die Übungsleiter stehen dann zur
Verfügung, wenn die Kinder können. Weiter bietet dieser nebenberufliche Trainer die Möglichkeit Programme zu entwickeln und
durchzuführen, um ältere Mitglieder an die Vereine zu binden. 
Mit einer Vereinsstruktur aus ehrenamtlichen Führungskräften für die Organisation und Führung des Vereines, sowie sportlichen 
Führungskräften für die Durchführung des Trainings- und Spielbetriebes sehen wir die Möglichkeit eine permanent notwendige Jugendarbeit
durchzuführen. 
Wir halten das vorliegende Strategiepapier für eine fundierte und gute Ausarbeitung. Es bietet die Möglichkeit Schwerpunkte für die 
Jugendarbeit zu setzen und mit der Verwaltung in eine konstruktive Zusammenarbeit einzutreten. Natürlich setzen wir voraus, dass dem
politischen Willen auch konkrete Taten folgen.

Wir, die  MDB Company, wünschen uns eine Unterstützung unserer Jugendarbeit, die wir als vorbildlich betrachten, ohne unseren Einsatz

davon abhängig zu machen.